Mann mit Tablet
Controller haben ein vielfältiges Aufgabenfeld. Foto: @flenjoore/unsplash

Inside Controlling: Drei Controller erzählen aus der Praxis

Praxisluft einatmen im Controlling: Drei Controller aus unterschiedlichen Branchen erzählen von Lieblingsaufgaben, Herausforderungen und ihren täglichen To Do's

Controlling in der Lebensmittelbranche

  • Christine Ruppert, Sales Controlling, Iglo Deutschland

Los geht’s … mit einem Becher Kaffee und einem Blick in mein E-Mail-Postfach. Währenddessen überlege ich mir, was an diesem Tag alles zu erledigen ist und priorisiere dies.

Zu meinen Aufgaben gehören … routinemäßig neben der Betreuung des Vertriebs auch Reportings, Monatsabschlüsse und Wirtschaftsprüfungsthemen. Allerding ist die Arbeit im Sales Con-trolling sehr vielfältig, täglich wiederkehrende Aufgaben gibt es kaum.

Lieblings-To Do Am meisten Freude bereiten mir die Aufgaben, bei denen ich mich direkt mit meinen Vertriebskollegen austausche. Das reicht von der Zuarbeit bei Konditionsverhandlungen bis hin zu Perfomance Meetings aber auch Abrechnungen.

Aktuelles Projekt Am Ende des Jahres richten sich bei uns die Blicke auf die Jahresverhandlungen mit unseren Kunden für das Geschäft in 2018. Jeder Sales Controller ist dabei festen Kunden zugeordnet und unterstützt den Vertrieb während des gesamten Prozesses.

Harte Nuss Eine Herausforderung des Controller Alltags ist sicherlich das natürliche Spannungsfeld zwischen Sales und Finance. Auch das Priorisieren von Aufgaben kann zur Herausforderung werden, da wir im Sales Controlling oft kurze Timings haben und schnell reagieren müssen.

Und am Ende des Tages … erledige ich am liebsten kleine und schnelle Aufgaben oder auch die Ablage. Wir haben bei Iglo Gleitzeit, sodass ich meinen Arbeitstag immer flexibel gestalten kann. Je nachdem was anfällt, endet mein Tag am späten Nachmittag oder frühen Abend.

Controlling in der IT-Branche

  • René Foitzik, Mitarbeiter Controlling, Cognos

Los geht’s … mit dem Check meiner E-Mails und Sortierung der Anfragen nach ihrer Dringlichkeit. Somit bleiben Themen mit hoher Priorität stets auf dem Radar.

Zu meinen Aufgaben gehört … aktuell täglich die Arbeit an der Einführung unseres Business-Intelligence-Systems, welches zu den wichtigsten Projekten im Controlling und im Konzern zählt. Üblicherweise ist der Job jedoch sehr abwechslungsreich. Neben dem zentralen Controlling von Cognos arbeite ich auch eng mit Controllern in den Tochtergesellschaften zusammen.

Job-Like-Faktor Die Vielfältigkeit macht die Controller-Position aus. Von der regelmäßigen Überwachung von teilweise auch selbst geleiteten Projekten über deren Weiterentwicklung bis hin zur finalen Präsentation bleibt es stets spannend. Aber auch die Erstellung von Analysen zu unterschiedlichen Fragestellungen, wie beispielsweise Profitabilitätsanalysen der Standorte, der Geschäftsentwicklung oder wesentlicher Key Performance Indikatoren machen richtig Spaß.

Aktuelles Projekt Gerade arbeiten wir an der Einführung eines Business-Intelligence-Systems, in dem künftig Planung und Reporting zusammenfließen sollen. Hierfür erstelle ich Berichte und definiere die Berechnungslogiken entsprechend unserer Kostenrechnung.

Harte Nüsse Ad-hoc Anfragen von verschiedenen Personen – etwa aus dem Vorstand, der Geschäftsführung der  Tochtergesellschaften, aus der IT oder dem Vertrieb – mit ganz unterschiedlicher Perspektive und mit dem geforderten Tiefgang schnellstmöglich zu beantworten, ist bisweilen eine große Herausforderung. In verschiedenen Prozessen und Projekten stehen Geschäftsführung und Bereichsverantwortliche außerdem vor komplexen Fragestellungen, bei denen das Controlling unterstützt und berät. Darüber hinaus beobachten wir die Geschäftsentwicklung und greifen zeitnah ins Geschehen ein, wenn es mal nicht nach Plan läuft.

Controlling in der Industrie

  • Katharina Wallon, Group Planning & Forecasting, Thyssenkrupp

Los geht’s … gegen acht Uhr. Was ansteht, hängt immer damit zusammen, in welcher Phase des Geschäftsjahres wir uns gerade befinden. Üblicherweise checke ich zuerst meine E-Mails und bespreche mit meinem Kollegen die Tages-To-Dos.

Zu meinen Aufgaben gehören … je nach Phase sehr unterschiedliche Punkte: Meine Abteilung steuert die Konzernplanung und die Hochrechnung. Das heißt, wir machen eine Vorausschau, wo wir im kommenden Quartal, beziehungsweise im Gesamtjahr in unseren Hauptsteuerungszahlen landen werden. Im Sommer ist bei uns klassischerweise die Hochphase der operativen Planung. Dabei werden die finanziellen Ziele für das nächste Jahr gesetzt. Parallel haben wir immer Sonderprojekte, denen wir uns dann widmen, wenn keines der beiden anderen Themen brennt. Beispielsweise haben wir vor zwei Jahren erneut Projekte gestartet, die darauf abzielen, die Planung und Hochrechnung bei Thyssenkrupp konzeptionell zu überdenken.

Aktuelles Projekt Gerade ist unser Geschäftsjahr zu Ende gegangen. Das heißt, zur Zeit liegt unser Fokus noch auf der Aufarbeitung des abgeschlossenen Geschäftsjahres. Dabei analysieren wir die Kennzahlen und schauen uns mögliche Auswirkungen auf die operative Planung an.  Darüber hinaus hat Thyssenkrupp vor kurzem eine Absichtserklärung für ein Joint Venture im Stahlbereich unterzeichnet. Damit beschäftigen wir uns aus Planungssicht intensiv, um abzustecken, was das für den Konzern bedeuten würde.

Challenge Eine Herausforderung ist für mich, in einer Präsentation die Waage zwischen einer fairen Zahlenpräsentation und einer gewissen Story drumherum zu halten, um bestimmte Botschaften zu senden. Je nach Empfängerkreis muss hier die Flughöhe anders gewählt werden. Das finde ich spannend, denn hier muss ich mich immer wieder neu einstellen. Eine Präsentation für den Vorstand sieht etwa ganz anders aus als eine interne Unterlage für Kollegen.

Montags-Motivation Nach dem Wochenende freue ich mich auf meine Kollegen, mit denen ich gerne zusammenarbeite. Außerdem bin ich montags immer sehr gespannt, wie die Woche wird. Denn trotz bestimmter Phasen, auf die wir uns einstellen können, wissen wir nie, welche Aufgaben anfallen. Das liegt daran, dass wir sehr stark auf Nachfragen reagieren, die plötzlich kommen können.

Einsteiger-Tipp Einsteiger sollten eine gewisse Zahlenaffinität mitbringen und auch gerne in PowerPoint arbeiten, um diese dann zu präsentieren. Zunehmend wichtiger werden zudem IT-Kentnisse: Denn die Zahlenbasis wird uns Controllern ja nicht fertig vorgelegt. Vielmehr müssen wir uns diese aus unterschiedlichen Systemen generieren. Da hilft es sehr, wenn Mitarbeiter die dahinter liegenden Systeme wie etwa SAP-Module verstehen und fit im Umgang mit Excel sind.


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