Tasse und Arbeitsplatz
Arbeiten in der Versicherungsbranche - vielfältiger geht's nicht. Foto: @garrhetsampson/unsplash

Praxischeck: Arbeiten in Versicherungen

Was genau gehört eigentlich zum Aufgabenspektrum eines Versicherungsmitarbeiters? Wir haben nachgefragt.

Jakob Baron ist als Leiter Strategie Sach bei der HDI Versicherung/Talanx-Gruppe beschäftigt. Zuvor studierte der gebürtige Hannoveraner BWL auf Diplom.

Mein Tag

Als Kaffejunkie beginnt mein Arbeitstag mit Kaffee. Und dann ist zum Glück jeder Tag anders: Weil wir sehr projektbezogen arbeiten, mal nach klassischen und mal nach agilen Methoden. An einem klassischen Tag bespreche ich beispielsweise die Projektergebnisse in Meetings mit den Führungskräften und Vorständen und treffe Budgetentscheidungen. In agilen Projekten arbeiten die Teams stark eigenverantwortlich, oft in externen Räumlichkeiten und haben nach kurzer Zeit den ersten Prototypen, der live getestet wird.

Trend

Da gibt es viele. Die Versicherungsbranche ist durch Digitalisierung, Kapitalmarkt, Regulatorik, Marktsättigung und innovative Start-ups gerade in einem ganz starken Veränderungsprozess. Was uns wahrscheinlich am allermeisten bewegt, ist ein kundenorientierter Technologie- und Kulturwandel. Will heißen: Wir entwickeln Produkte, Services und Apps nun mit den Kunden gemeinsam. Die Ideen pilotieren wir in einem Digital Lab. Und die Digitalisierung befähigt uns, neue Dinge zu tun: Wir nutzen Smart Home-Technologie und Telematik, erfassen Hagelschäden, indem Autos durch 3D-Scanner fahren, wir testen Spracherkennung und und und.

Mitbringen

Einsteiger brauchen den Willen und Spaß daran, zu gestalten. Die Branche war lange genug ›strombergmäßig‹. Wir wünschen uns Menschen, die Sachen anpacken, verbessern und auch Eigenverantwortung nicht scheuen.


Sascha Loux arbeitet bei Axa als Business Development Manager. Nach seinem BWL-Studium stieg Sascha damals direkt bei Axa ein.

Sascha, was hat dich damals am Einstieg in die Versicherungsbranche gereizt?

Vor allem die vielen unterschiedlichen Entwicklungsmöglichkeiten haben mich damals angezogen, da ich mich zu Beginn noch nicht starr auf eine Richtung festlegen wollte.

Was gehört zu deinen täglichen Aufgaben?

In unserem Corporate Start-up befasse ich mich mit der Entwicklung und Vermarktung neuer Geschäftsmodelle. Das reicht vom Aufsetzen der Testfelder im Markt über den Aufbau strategischer Kooperationen bis hin zur Erstellung und Optimierung digitaler Marketingkampagnen. Die tägliche Anwendung von Methoden wie Scrum und Design Thinking hilft mir dabei, neue Services eng am Kundenbedarf und mit hoher Geschwindigkeit zu entwickeln.  

Hast du aktuell ein Lieblingsprojekt?

Ja, das Projekt, bei dem ich von Beginn an dabei war – die App ›WayGuard‹. Mit diesem Service können sich Menschen, die gerade alleine unterwegs sind, Profis oder Freunde als virtuelle Begleiter zuschalten, um sich sicherer zu fühlen. Die App begeistert mittlerweile über 95.000 User – eine Zahl, die wir uns vor einem Jahr nicht mal erträumt hätten. Die größte Herausforderung dabei: Bei solch einem Sicherheitsservice geht die Fehlertoleranz der User gegen Null und eine schlechte App wird direkt im Store mit negativen Bewertungen abgestraft. Die Qualität muss also permanent sehr hoch sein.

Was ist für dich das Spannendste an deinem Job?

Zum einen die Branche, die sich gerade in einem starken Umbruch befindet und zum anderen die Chance, diese Transformation an vorderster Front mitgestalten zu können. Ich kann neue Dinge ausprobieren, mich mit innovativen Technologien ausei-nandersetzen und direkt am Kunden neue Services entwickeln. Keine Woche ist gleich und genau diese Ungewissheit und Abwechslung liebe ich an meinem Job.

 


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