Schultüte s/w

Consultants lernen ein Leben lang

Die Zuckertüte markiert den Beginn des Lernens – eine Phase, die im Consulting niemals endet.

Lebenslange Lernbereitschaft ist eine der wichtigen Voraussetzungen im Bereich Consulting

Mit faulen Ausreden, wie sie unlängst erst unser Außenminister Westerwelle nutzte, um sich vor der Beantwortung einer Frage durch einen BBC-Journalisten in Englisch zu drücken, wirst du als Consultant nicht weiterkommen.

Die Branche ist enorm international aufgestellt und verhandlungssichere Englischkenntnisse sind dein Ticket zum weltweiten Markt. Wenn du die allerdings mitbringst, steht einem Einstieg in der Unternehmensberatung nichts mehr im Weg. 

Im Gegenteil, einmal drin geht’s gleich weiter mit spannenden Weiterbildungsmöglichkeiten

»Ich war eine Woche in unserer Corporate University ›Le Fontaines‹ in der Nähe von Paris. Hier habe ich mit Capgemini-Kollegen aus den verschiedensten Nationen ein international ausgerichtetes Seminar zum Thema Utilities absolviert. Wir haben die gesamte globale Energiewirtschaft beleuchtet und auf aktuelle Themen, Trends und Zukunftsperspektiven hin untersucht«, erzählt Jan Strobel, Berater bei Capgemini Consulting, der Strategieberatungseinheit von Capgemini. »Und das natürlich unter Einbezug des Know-hows aus den verschiedenen Ländern und Kulturkreisen, denn der globale Austausch ist ganz wichtig um up-to-date zu bleiben.« Bei Seminaren dieser Art handelt es sich nicht um Exoten oder Paradebeispiele. Das Thema Internationalität ist bei großen Beratungsfirmen allgegenwärtig.

»Schon in dem ersten Consulting- Skills-Workshop spürt man den internationalen Geist der Firma. Da hier Kollegen aus der ganzen Welt zusammen kommen, bekommt man ein Gespür dafür, dass wir zwar alle für dasselbe Unternehmen arbeiten, jede Landeskultur jedoch auch so ihre ›Eigenarten‹ mit sich bringt. Die US-amerikanischen Kollegen haben beispielsweise eine sehr handfeste Art und Weise, Projekt anzugehen.«

So sind interkulturelle Trainings ein fester Bestandteil der Ausbildungsroutine im Unternehmen, um global einen Qualitätsstandard zu schaffen: »Bei Capgemini gibt es auch global definierte Pflichttrainings, die man passend zu der Stufe, auf der man sich befindet, absolviert haben muss. Unser gesamtes Personalentwicklungskonzept beruht auf einem globalen Kompetenzmodell das genau definiert, welche Anforderungen auf welcher Berufsebene an den Berater gestellt werden. Dieses Modell stellt sicher, dass all unsere Berater auf der ganzen Welt gleich gut ausgebildet sind«, bestätigt Isabel Barlage, Learning and Development Managerin bei Capgemini Consulting.

zitat helmut novacek consultingEin anderes Unternehmen, ein ähnliches Bild: Ariane Seidel, Beraterin für Change Management bei Deloitte, hat in zehn Jahren zahlreiche Fortbildungen absolviert, unter anderem eine mehrjährig dauernde Ausbildung zum systemischen Coach. Gerade die internationalen Kontakte und Möglichkeiten, die sich bei großen Unternehmensberatungen wie Deloitte ergeben, waren für sie der ausschlaggebende Faktor, um als selbstständige Beraterin aufzuhören und umzusatteln. »International haben wir tolle Fortbildungsangebote «, berichtet sie. »Wenn in Italien beispielsweise ein ›Sales and Negotiation Training‹ stattfindet, dann laden wir hier international Kollegen ein, um teilzunehmen und die verschiedenen Kulturen kennenzulernen. Es ist sehr bewusstseinserweiternd zu sehen, wie ein Mensch mit einem anderen kulturellen Hintergrund in einen Verkaufsprozess geht.«

Neben internationalen Fortbildungsangeboten bieten Beratungsfirmen ihren Mitarbeitern in Form eines Leader- oder Counseling-Systems die Möglichkeit, mit einem persönlichen Mentor einen indivduell den eigenen Bedürfnissen entsprechenden Fortbildungsjahresplan zu erstellen. Im Angebot ist alles nur erdenkliche: von Soft-Skillund Verhaltenstrainings, über Excelschulungen, Bilanz- und Finanzanalysen, hin zur Kundenanalyse. »Gerade junge Einsteiger nehmen öfter Weiterbildungsangebote wahr und wir merken deutlich, dass die Nachfrage heute höher ist, als dies vor ein paar Jahren noch der Fall war«, bestätigt Helmut Novacek, verantwortlich für Training und Beratung im Bereich ›nicht-fachliche-Trainings‹ bei Deloitte. »Wichtig ist es auch eine Balance zu finden zwischen den fachlichen und nicht-fachlichen Themen. Man muss fachlich auf dem Laufenden bleiben, das ist essenziell, aber die nicht-fachlichen Kompetenzen sind genauso wichtig.«

Wichtig bei Fortbildungen ist, dass Gelerntes in Bezug zu realen Projekten gebracht wird, um die höchstmögliche Lernkurve zu erreichen. »Deshalb sind alle neuen Veranstaltungen, die wir anbieten als ›Journeys‹ angelegt, das heißt, die Präsenzphasen sind eingebettet in einen längeren Prozess, der dem 10-20-70-Prinzip folgt. Zehn Prozent finden formell im Klassenzimmer statt, 20 Prozent machen die Gespräche vor und nach der Fortbildung aus, in denen man genau überprüft, was man aus dem Seminar mitnehmen soll und mitgenommen hat«, erklärt Novacek. »Nach einem halben Jahr wird überprüft wie viel der Mitarbieter aus der Weiterbildung schöpfen konnte. Diese Einbettung ist genauso wichtig wie die 70 Prozent, die das Training-onthe- Job ausmachen.« Wer dann immer noch Lust auf mehr hat, kann durch zigfache Angebote auf den Online-Selbstlernplattformen der Beratungsfirmen weitermachen. Seidel fügt noch hinzu: »Ich glaube, wenn man interessiert an seinem Gebiet ist und Interesse an seinen Kunden hat, dann kommt der Wunsch nach Weiterbildung automatisch.«

Bleibt als Fazit: fleißig Englisch lernen und offen sein für Neues, sonst wird’s nix mit der Consulting- Karriere. Dann kannst du höchstens noch Außenminister werden.


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