kleines Mädchen schaut über Tisch, auf dem orangener Becher steht

Consulting für Nischen- und Spezialbranchen

Neben breit aufgestellten Managementberatungen wächst die Zahl der auf bestimmte Branchen oder Funktionen spezialisierten Consultants.

»Wirtschaftswissenschaftliches Wissen kann immer nur Hintergrundwissen sein. Viel wichtiger ist das tatsächliche Verständnis einer Branche.«

Davon ist Dr. Thomas Helbig überzeugt, wenn er von den Anforderungen spricht, die er an seine Unternehmensberater stellt. Helbig ist Gründer und Senior Partner des Beratungsunternehmens Dr. Helbig & Partner.

Seine mehr als 40 Consultants und Projektleiter beraten Unternehmen aus verschiedensten Branchen – mit einem Schwerpunkt.

»Wir sind«, erklärt Helbig, »hochgradig spezialisiert auf Innovationen und das sogenannte ›Go-to-Market‹. Das bedeutet, dass ein Berater bei uns die Chance hat, immer dabei zu sein, wenn wirklich neue Produkte oder Märkte geschaffen werden.«

Anders als Dr. Helbig & Partner, die einen funktionalen Fokus besitzen, hat man sich bei der Schickler Unternehmensberatung auf eine bestimmte Branche spezialisiert: »Schickler«, erzählt Julia Schormann,  Leiterin Personal/Marketing, »ist Spezialist für Medien- und E-Business-Unternehmen. Unsere Kunden sind Unternehmen aller Mediengattungen: von Zeitung-en und Zeitschriften, Online und Fachpresse bis hin zu TV, Radio und Corporate Media, also Medienfunktionen in Unternehmen. Dazu kommen Projekte in den Bereichen IT/Telekommunikation und Versicherungen. In unseren Branchen haben wir uns auf die Weiterentwicklung von Organisationen spezialisiert.«

Nicht nur betriebswirtschaftliches Know-how, sondern vor allem detaillierte Branchenkenntnisse sind daher schwer gefragt – in Form von erster Berufserfahrung. Gerade dieser Aspekt ist Julia Schormann besonders wichtig: »Grundlegende Voraussetzung bei uns ist Berufserfahrung. Ansonsten gilt: Berater benötigen für die Projektarbeit fachliche, methodische und persönliche Kompetenz. Basis der fachlichen Kompetenz ist ein wirtschaftswissenschaftliches Studium. Bewerber sollten ein fundiertes Verständnis der Unternehmensabläufe, der betriebswirtschaftlichen Zusammenhänge und der Steuerung von Unternehmen haben. Außerdem werden verhandlungssicheres Englisch und weitere Fremdsprachen immer wichtiger, denn wir haben immer mehr internationale Projekte. Methodisch sollten Bewerber Erfahrungen im Projektmanagement mitbringen und auf der persönlichen Ebene Kommunikationsfähigkeit, Durchsetzungskraft, Engagement und Integrität.« Dr. Thomas Helbig sieht das ähnlich und fügt hinzu: »Künftige Berater sollten vor allem die typischen Eigenschaften eines Unternehmers haben. Also eine tiefe Kenntnis ausgewählter Branchen, Risiko- und Leistungsbereitschaft sowie innovatives Denken.«

zitat julia scharmann consulting

Wie leistungsbereit seine Consultants sind, kann Helbig bereits an den Studienleistungen erkennen

Die sind in der Beratung so wichtig wie in kaum einer Branche. Boris Neubert, Teamleiter Personal bei der Beratungsgesellschaft RölfsPartner, stimmt ihm zu:

»Die Studienleistungen sind bei uns, neben erster, relevanter Praxiserfahrung, ausschlaggebend.«

Schließlich gilt: Wer bereits im Studium durch sein helles Köpfchen punkten konnte, dem fällt auch das Aneignen spezieller Branchenkenntnisse leichter. Neubert achtet bei der Auswahl seiner Mitarbeiter jedoch noch auf einen weiteren, ganz wichtigen Aspekt:

»Neben den fachlichen und intellektuellen Fähigkeiten ist eins entscheidend: Jemand muss als Mensch ins Team passen.«

Florian Hollender hat den Einstieg geschafft. Der 30-Jährige Diplom-Kaufmann, der während seiner Studienzeit an der WHU – Otto Beisheim School of Management Auslandserfahrung in den USA und in Mexiko gesammelt hat, arbeitet als Manager bei Schickler. Warum er sich für den Einstieg in die Unternehmensberatung entschieden hat?

»Für mich waren die klassischen Gründe ausschlaggebend: viele Erfahrungen in kurzer Zeit sammeln – die sagenumwobene ›steile Lernkurve‹, eine attraktive Vergütung und die Möglichkeit, mit Branchenexperten zu arbeiten.« 

Nicht nur diese Punkte findet Hollender so reizvoll an seiner Arbeit, sondern auch die verschiedenen Herausforderungen, denen er sich täglich stellen muss. »Man arbeitet, verglichen mit einer Konzern-Karriere, schon früh direkt mit den Top-Entscheidern beim Kunden. Das ist toll – aber auch ein hoher Anspruch. Als Gesprächspartner ernst genommen zu werden, schafft man gerade als junger Berater vor allem mit intelligenten Analysen. Mit zunehmender Seniorität wird es dann immer wichtiger, für den Kunden auch in Themen abseits des Projekts als Sparringspartner zu dienen: Das schafft man nur, indem man sich in der Branche seines Kunden in der Tiefe auskennt.« 

Wer jetzt von einer Karriere in der Beratung von hochgradig spezialisierten Branchen träumt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass der Arbeitsalltag vom Leben aus dem Koffer geprägt ist.

»Für einen Berater beginnt die Woche am Montagmorgen gegen fünf Uhr am Flughafen oder am Bahnhof, da der Berater die Woche beim Kunden vor Ort beginnt«, erzählt Dr. Thomas Helbig. »Ein Großteil des Arbeitstages besteht aus Interviews oder Workshops mit dem Kunden. Unter der Woche wird manchmal projektbedingt der Standort geändert und am Donnerstag oder Freitag findet der Rückflug statt.«

Klingt anstrengend, dennoch liegt Helbig die Work-Life-Balance seiner Berater am Herzen. »Die bei Management-Beratungen üblichen regelmäßigen Round-the-clock- und Nachtschichten sowie Wochenend-Sonderarbeiten vermeiden wir weitgehend. Das erreichen wir durch eine sorgfältige Projektplanung. Unsere Projektleiter sind gestandene, erfahrene Manager und können das daher sicherstellen.« Florian Hollender von Schickler achtet ebenfalls darauf, »auch mal in der Woche abends zu Hause zu sein oder einen Behördengang selbst erledigen zu können. Das alleine«, meint er, »hilft schon enorm. Bei Schickler wird Eigenverantwortung groß geschrieben. Wir planen gemeinsam, was koordiniert werden muss – alles andere organisiert man selbst. Die Projektarbeit erlaubt es, auch mal einen längeren Urlaub oder Elternzeit zu
nehmen.«

Denn eines ist klar: Stimmt das Verhältnis von Beruf und Privatleben nicht, macht auch der beste Job keinen Spaß. Florian Hollender ist froh, sich für die Arbeit bei einer hochspezialisierten Beratung entschieden zu haben, schließlich bekommt er »die Chance, als Teil einer schlagkräftigen Boutique die Entwicklung der Medienbranche Europas mit zu gestalten, eigenverantwortlich und unternehmerisch zu arbeiten und sich selbst kontinuierlich weiter zu entwickeln.«


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