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Consulting und Wirtschaftsprüfung – digital und agil

Ein Einblick in digitale und agile Arbeitsweisen. Plus: Neue Jobperspektiven in Consulting und Wirtschaftsprüfung

Neue Aufgaben, neue Einstiegschancen

Trendcheck
»Die Digitalisierung beeinflusst die Branche schon seit Jahrzehnten maßgeblich und diese Entwicklung wird sich noch weiter verstärken. Daneben arbeiten die Berater nicht mehr nur Strategien aus, sondern begleiten auch die Prozessveränderungen im Unternehmen und die Implementierung in der IT.« Frank Braun, Berater für Unternehmensberater

Veränderte Berufsbilder
»Wirtschaftsprüfer benötigen zunehmend auch technisches Verständnis – gleichzeitig bleibt das betriebswirtschaftliche Wissen die Basis jeder Tätigkeit bei uns. Aber die Digitalisierung schafft neue Einstiegsmöglichkeiten für Absolventen der MINT-Studiengänge in unserer Branche. ­Berufsanfänger können sich etwa im Rahmen eines IT-Einstiegsprogramms auf die Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle oder auch auf die IT-Begleitung eines Mergers&Acquisitions-Prozesses spezialisieren.« Berit Vider, Head of Employer Branding & Recruitment KPMG

Auf den MINT-Geschmack gekommen
»Grundsätzlich können Absolventen aus allen betriebswirtschaftlichen Studienrichtungen bei Rödl & Partner im Geschäftsfeld Wirtschaftsprüfung ihre berufliche Laufbahn beginnen und bis zum Examen als Wirtschaftsprüfer die notwendigen praktischen Erfahrungen sammeln. Aufgrund der zunehmenden Bedeutung der Digitalisierung bei den Unternehmen und der Relevanz der Informationstechnologie steht der Berufseinstieg zunehmend Absolventen aus den MINT-Fachrichtungen offen.« Dr. Bernd Keller, Wirtschaftsprüfer/Steuerberater und Partner bei Rödl & Partner

Mehr Daten, mehr Möglichkeiten

Ein Vielfaches an Daten
»Durch die Digitalisierung – Stichwort Big Data – können wir viel mehr Daten verarbeiten als früher. Das hebt die Qualität der Prüfung auf ein ganz neues Level. In der Vergangenheit konnten wir zum Beispiel nur Stichproben ziehen und daraus mit statistischen Annahmen ein Abbild der Realität ableiten. Mittlerweile sind wir in der Lage, vollständige originäre Datenpopulationen zu analysieren. Durch die Arbeit mit Realdaten können wir als Nebenprodukt unserer Prüfung auch eventuelle Risiken und Verbesserungspotenziale ableiten – ein wertvoller Mehrwert für unsere Mandanten.« Christian Sailer, Bereichsvorstand Audit bei KPMG

Digitale Kunden
»Natürlich haben immer mehr Mandanten webbasierte Geschäftsmodelle, also E-Commerce- und Webshops. Sie haben ihr Geschäft weitgehend ins Internet verlagert. Daher unterscheiden wir zwischen Prüfen der IT und Prüfen mit IT. Dabei geht es um mehr, als nur papierlos zu prüfen: Vielmehr müssen wir moderne Datenanalysen, Process Mining, automatisierte Texterkennung und Künstliche Intelligenz für unsere Prüfung nutzen.« Martin Wambach, Geschäftsführender Partner, Leiter der Wirtschaftsprüfung und Chief Digital Officer der IT bei Rödl & Partner

Agiles Arbeiten, bessere Ergebnisse

Agiles Arbeiten
Agile Prozesse ermöglichen es den Mitarbeitern, flexibel, selbstorganisiert und effizient zu handeln und ihre Arbeitsweise immer wieder an veränderte Gegebenheiten anzupassen. Wer gemäß agiler Methoden arbeitet, kommuniziert kurz, aber häufig, geht offen mit Fehlern um, teilt sein Wissen und tauscht sich kontinuierlich mit seinen Kunden aus. Aktuelle Projekte werden als Experimente mit offenem Ausgang verstanden. Regelmäßige Wiederholungen von Prozessabläufen lassen Verbesserungspotenzial schon früh erkennen.

Vorteile für Consultants
»Vielfalt ist eine wichtige Voraussetzung, um als Beratungsunternehmen erfolgreich zu sein.  Wo verschiedene Perspektiven und Hintergründe zusammenkommen, entstehen die innovativsten Ideen. Agile Teams nutzen diese Vielfalt optimal aus, weil sie sich ihre Ideen schon sehr früh gegenseitig präsentieren und gemeinsam verbessern. Und agile Teams kommen schneller zu besseren Ergebnissen.« Philipp Jostarndt, Partner und Recruitingchef bei BCG

Agiles Projekt
»BCG und ihre Corporate-Startup-Tochter BCG Digital Ventures haben gemeinsam mit VW Financial Services die Plattform HeyCar zum Verkauf von Gebrauchtwagen agil entwickelt. An diesem Projekt haben sogenannte Scrum-Teams gearbeitet. Solche Teams bestehen aus Experten mit ganz unterschiedlichen Hintergründen, beispielsweise Data Analysts, Ingenieure oder auch Geisteswissenschaftler. Das HeyCar-Team hat schon nach acht Wochen eine erste Alphaversion mit etwa 5.000 Wagen getestet, anstatt die App erst komplett fertig zu entwickeln. Die Plattform wurde nach dem Kundenfeedback wöchentlich angepasst und wird heute noch stetig verbessert.« Philipp Jostarndt, Partner und Recruitingchef bei BCG

Good to know

Wer gesucht wird
»Wir suchen Talente, die sich mit Neugierde neuen Herausforderungen stellen und sich – beruflich und privat – ständig weiterentwickeln. Dafür gibt es kein festgelegtes Profil: Etwa 50 Prozent unserer Berater sind Wirtschaftswissenschaftler, 30 Prozent kommen aus den MINT-Fächern und 20 Prozent sind Geisteswissenschaftler oder haben andere Hintergründe. Neben guten akademischen Leistungen, spannenden Praktika und Auslandserfahrungen zählt vor allem das ›something else‹ – ein Hobby oder soziales Projekt, für das man wirklich brennt.« Philipp Jostarndt, Partner und Recruitingchef bei BCG


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