zwei skizzierte Eier im Gras

Consulting versus Wirtschaftsprüfung

Consulting und Wirtschaftsprüfung sind wie Geschwister – irgendwie gleich und doch total verschieden, aber meistens miteinander verbunden. Ein Vergleich.

Die großen Consultants

Die ›Top Three‹ an Unternehmensberatungen waren auch im vergangenen Jahr McKinsey, The Boston Consulting Group und Roland Berger mit Jahresumsätzen von 400 bis über 500 Millionen Euro auf dem deutschsprachigen Markt. Marktführer McKinsey konnte nach eigenen Angaben knapp über 500 Millionen Euro umsetzen. BCG steigerte den Umsatz in Deutschland und Österreich um sechs Prozent auf 444 Millionen Euro. Der Deutschlandumsatz von Roland Berger betrug 406 Millionen Euro und somit vier Prozent mehr als noch 2010. Auf die ›Top Three‹ folgen mehrere Strategieberatungen mit rund 200 Millionen Euro Umsatz, darunter Oliver Wyman, Booz & Company, A.T. Kearney und Bain & Company.

Die kleinen Consultants

Man mag es kaum glauben, aber es gibt auch eine Consulting-Welt fernab der Bigplayer. Die größte mittelständische Unternehmensberatung Deutschlands ist Zeb/Rolfes. Schierenbeck.Associates mit einem Jahresumsatz von 124 Millionen Euro (Werte beziehen sich jeweils auf 2010). Dahinter liegen Simon-Kucher & Partners (105,4 Millionen Euro) und Horváth & Partners (80,1 Millionen Euro). Kienbaum, KPS, Esprit Consulting und Goetzpartners sind weitere mittelständische Unternehmensberatungen.

Die internen Consultants

Gerade große Konzerne setzen auf Inhouse Consulting, haben ihre Berater also selbst angestellt. Diese Entwicklung begann um die Jahrtausendwende, 2003 wurde das ›Inhouse Consulting Network‹ von 15 Inhouse-Consulting-Einheiten gegründet, das zwischenzeitlich auf 28 Mitglieder anwuchs. Beispiele für Inouse-Consulting- Unternehmen sind Bayer Business Consulting, BSH Bosch und Siemens Hausgeräte, Commerz Business Consulting, Managementberatung Deutsche Bahn, Deutsche Bank Inhouse Consulting, Deutsche Post DHL Inhouse Consulting, Center for Strategic Projects der Deutschen Telekom, E.ON Inhouse Consulting, KfW Bankengruppe, RWE Consulting und Volkswagen Consulting.

Die großen Prüfer

Bei den Wirtschaftsprüfern beherrschen traditionell die ›Big Four‹ das Geschehen. Zu denen gehören PwC (weltweiter Jahresumsatz 29,2 Milliarden Dollar, 169.000 Mitarbeiter), Deloitte (28,2 Milliarden Dollar, 182.000 Mitarbeiter), Ernst&Young (22,9 Milliarden Dollar, 152.000 Mitarbeiter) und KPMG (22,7 Milliarden Dollar, 138.000 Mitarbeiter). Ursprünglich waren die ›Big Four‹ mal ›Big Eight‹. Nach diversen Zusammenschlüssen im Zeitraum von 1989 bis 2001 entstanden daraus dann aber die heutigen ›Big Four‹. In Deutschland teilen sich die vier Großen knapp 80 Prozent des Geschäfts mit den 150 wichtigsten Aktiengesellschaften und setzen hier knapp fünf Milliarden Euro um.

Die kleinen Prüfer

Es ist nicht jedermanns Sache, in einem riesigen Konzern zu arbeiten. Daher kommt hier auch ein Verweis auf kleinere Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, die ebenso eine Vielzahl an interessanten Jobs zu bieten haben. Zu nennen sind dabei vor allem Rölfs WP Partner, Rödl & Partner, Ebner Stolz Mönning & Bachem und Mazars.

Schnelles Wissen: Consulting & Wirtschaftsprüfung

Prüfung
Wirtschaftsprüfer kann nicht jeder einfach so werden. Hierfür bedarf es der Ableistung eines speziellen Examens vor der Wirtschaftsprüferkammer. Das Wirtschaftsprüferexamen wird bundeseinheitlich durchgeführt. Unabhängig von dem Ort, an dem die Prüfung abgelegt wird, sind dieselben Aufsichtsarbeiten zu bearbeiten.

Beratung
Das Berufsbild Unternehmensberater hingegen unterliegt keinem Berufsschutz. Prinzipiell kann sich jeder Unternehmensberater nennen. In Deutschland unterliegen selbstständige und qualifizierte Unternehmensberater in der Regel nicht der Gewerbeordnung, sondern üben eine freiberufliche Tätigkeit aus.

Stufen
Unternehmensberatungen sind in der Regel hierarchisch aufgebaut. Im Laufe seiner Karriere durchläuft ein Berater verschiedene Karrierestufen, die abhängig von seiner Berufserfahrung sind: Analyst (bis zwei Jahre), Junior Consultant (drei Jahre), Consultant (drei bis vier Jahre), Senior Consultant (fünf bis sieben Jahre), Managing Consultant (fünf oder mehr Jahre), Principal (sechs bis 15 Jahre) und Partner (über zehn Jahre). Wer die nächste Karrierestufe nicht erklimmt, bei dem greift das ›Up-or-Out‹-Prinzip. 


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