Frau hält Stattistik vor ihren Körper

Talent-Show im Consulting

Experte, Teamplayer und Vielflieger – der Beruf eines Consultants klingt nach Abenteuer und Alleskönner

Was tun, wenn’s brennt? Na klar, die Feuerwehr rufen. Und wenn es in einem Unternehmen im übertragenen Sinne ›brennt‹? Auch klar, dass da Consultants anrücken, um zu helfen. Wie genau das aussieht, wenn Consultants Unternehmen beraten, beschreibt Katharina Träger, Business Analyst bei Arthur D. Little: »Zu Beginn ist man als Berater hauptsächlich für Analysen zuständig. Schnell kommt dann jedoch auch die strategische Projektarbeit hinzu. Gemeinsam mit den Kollegen entwickelt man Strategien und Konzepte und versucht, diese zusammen mit dem Klienten zu implementieren.«

Ihr BWL- und Internationales Management-Studium ist der 28-Jährigen dabei eine große Hilfe, da bei fast allen Projekten wirtschaftliche Kennzahlen von großer Bedeutung sind und man ein Grundverständnis für reale Unternehmensabläufe und -verflechtungen mitbringen muss. Meist möchten die Unternehmen mit den Projekten einen nachhaltigen Unternehmenserfolg erreichen, sprich die Umsätze und EBIT-Margen verbessern oder die Kosten senken.

»Weiterhin werden in einem wirtschaftswissenschaftlichen Studium grundlegende Analyse-Methoden vermittelt, die während der Projektarbeit angewendet werden«, so Träger. Bei Arthur D.

Little ist sie neben der ›Strategy and Organization Practice‹ auch in der ›Automotive, Manufacturing and Mobility Practice‹ tätig.

»Projektseitig bin ich daher derzeit viel in der Automobilindustrie beschäftigt. Dort arbeite ich insbesondere an Vertriebsthemen.«

In diesem Bereich ist auch ihr aktuelles Projekt angesiedelt – und trotzdem schleicht sich keine Routine in ihren Arbeitstag. Meetings, Workshops, Telefonate, Diskussionen mit Kollegen und eigenständige Arbeitsphasen wechseln sich ab. Oft sei es auch notwendig, flexibel zu reagieren, da sich Termine verschieben oder kurzfristig entstehen. Dadurch sei es unter anderem wichtig, stressresistent zu sein, verrät Träger. In der Autonation Deutschland ist sie mit ihrem Spezialgebiet sicherlich eine gefragte Beraterin.

Ein ebenso großes Thema ist die Energiewirtschaft, für die Henriette Breier Fachfrau ist. Die 25-Jährige ist seit ihrem Abschluss im Jahr 2012 für PwC als Consultant unterwegs und berät Unternehmen rund um Energiefragen. Dazu gehören Fragestellungen zur Vermarktung erneuerbarer Energien bei Energieversorgern ebenso wie die Senkung der Stromkosten bei Unternehmen mit intensiver Stromnutzung. Zum einen beschäftigt sie sich mit allen Themen rund um die Regulierung des Stromnetzes und dessen zukünftige Entwicklungen. Gleichzeitig bilden die Themen Stromerzeugung aus regenerativen und konventionellen Kraftwerken sowie die Fernwärmewirtschaft einen weiteren Schwerpunkt.

»Mein volkswirtschaftliches Wissen hilft mir, die Energiewirtschaft und Zusammenhänge besser zu verstehen. Es ist beispielsweise wichtig zu wissen, wie sich staatliche Eingriffe oder eine Monopolstellung von Unternehmen auf den Markt auswirken. Durch meine Kenntnisse im Controlling und der Erstellung des Jahresabschlusses habe ich ein Verständnis für die Zahlen der Mandanten.«

Ihr Fachwissen ist kein Zufall, denn die BWL-Absolventin hat sich nach einem Praktikum in der Energiewirtschaft im Hauptstudium auf eben diesen Bereich spezialisiert. Bei einem Workshop an der TU Dresden zum Thema ›Erneuerbare Energien‹ lernte sie PwC näher kennen.

»Die interessanten Themen sowie das aufgeschlossene Team, das den Workshop durchgeführt hat, überzeugten mich«, berichtet Breier.

Der Lernprozess hört selbstverständlich auch für eine Expertin nie auf, denn nach ihrem Einstieg als Beraterin bei PwC hat sie sich durch unternehmensinterne Schulungen noch Kenntnisse zum Energierecht angeeignet. Aktuell berät sie mit ihren Kollegen einen internationalen Konsumgüterhersteller zur Optimierung seiner Energiekosten und ist von ihrem Job nach wie vor begeistert:

»Als Berater in der Energiewirtschaft hat man die Chance, die Energiewende mit zu gestalten.« 

Auch Alexej Garcia Rodriguez liebt seinen Job als Consultant bei Kienbaum. Insbesondere sein aktuelles Projekt hat es ihm angetan. Er verbindet die Fachgebiete von Träger und Breier und widmet sich derzeit den Herausforderungen, die Unternehmen im Rahmen des Wandels durch die Elektromobilität bewältigen müssen.

»Es ist einfach interessant zu sehen, wie viele Möglichkeiten uns mit der Elektromobilität offen stehen und wie vielfältig die Meinungen zu diesem Thema sind«, so der 27-Jährige.

Während er an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt BWL mit dem Schwerpunkt Internationales Management studiert hat, lernte er durch Praktika zahlreiche Branchen kennen. So konnte er unter anderem in einem Autohaus, bei zwei Sportartikelherstellern, in einer New Media Agency und einer Marketingberatung Erfahrungen sammeln.

»Mit jedem Praktikum habe ich wieder etwas mehr über den jeweiligen Beruf und auch über mich gelernt«, versichert Garcia Rodriguez.

Diese Erfahrungen verschiedenster Art sind nun auch in seiner Tätigkeit bei Kienbaum vorteilhaft. Da die Teamzusammensetzung je nach Projekt wechselt, hat man stets mit neuen Kollegen und Vorgesetzten zu tun. Sich immer wieder auf neue Persönlichkeitstypen einstellen zu können, sei eine »dringend benötigte Fähigkeit«. Weiter sollte man als angehender Consultant das Gefühl für Zahlen, Verständnis für Wirtschaftszusammenhänge und strukturiertes Denken mitbringen. Und natürlich »Spaß daran, immer wieder neue Branchen und Unternehmen kennenzulernen, Freude am Umgang mit verschiedensten Persönlichkeiten und Lust auf Reisen«. Das spannende am Job sei eigentlich, dass jede Woche etwas neues passiert, berichtet Garcia Rodriguez. Herausfordernd hingegen sind vor allem die Phasen vor Zwischen- und Endpräsentationen sowie das schnelle Einlesen und Einlernen in neue Themengebiete. 

Über die notwendige Fähigkeit, sich schnell in neue Thematiken einzuarbeiten, sind sich Garcia Rodriguez und die zu Anfang vorgestellte Träger einig. Die Beraterin ist außerdem überzeugt, dass man eine gewisse »Grundneugierde« mitbringen sollte, diese und die Passion, Probleme zu lösen, seien typische Eigenschaften von Consultants.

»Praktische Erfahrungen durch Praktika sowie eine ›Grundintuition‹ dafür, was wirklich funktioniert, ob diese Maßnahmen hilfreich oder die Konzepte in der Realität umsetzbar sind, sind weitere wichtige Aspekte.«

Um die Kunden nachhaltig beraten zu können, ist es notwendig, die Industrieexpertise zu vertiefen. »Denn in der Beratung ist es grundsätzlich so: die funktionalen Experten bringen das methodische Wissen in die Projekte ein, die Branchenexperten sichern die Anwendbarkeit für das spezifische Unternehmen«, verrät Träger.

Dass sie einmal in der Beratungsbranche landen würde, zeichnete sich erst gegen Ende ihres Diplom-Studiums ab, als sie durch Praktika erste Berufserfahrungen gesammelt hatte. »Während dieser Praktika merkte ich, dass ich mich bei meinem Berufseinstieg nicht auf einen bestimmten Unternehmensbereich fokussieren möchte. Vordergründig war eher, mich neuen Herausforderungen stellen zu können, einen abwechslungsreichen Arbeitsalltag zu erleben sowie Einblicke in verschiedene Branchen und Unternehmen zu bekommen«, beschreibt die Absolventin der Universität Magdeburg ihren Werdegang. In die Strategieberatung hineingeschnuppert hat sie vor ihrem Einstieg allerdings nie. Dennoch wurden ihre Erwartungen nicht enttäuscht und sie ist sich sicher, bei Arthur D. Little ihren Traumjob gefunden zu haben.

Zielstrebig in die Consultingbranche ist hingegen Laura Mayer de Groot ihren Weg gegangen.

»Ich bin über zwei Praktika zu Roland Berger gekommen: Zunächst habe ich während der Wirtschaftskrise 2009 geholfen, einen Konsumgüterhersteller in China zu restrukturieren. Bei meinem zweiten Praktikum in München habe ich einen Kunden bei einer Investitionsentscheidung im Hightech-Bereich mit beraten«, berichtet die 25-Jährige.

Nach diesen positiven Erfahrungen war für sie der Einstieg bei Roland Berger klar und sie wurde in das Praktikantenförderprogramm aufgenommen. Mayer de Groot hat bisher schon viel erreicht. Nach ihrem Master an der WHU – Otto Beisheim School of Management ist sie als Junior Consultant eingestiegen, wurde anschließend zum Consultant befördert und ist inzwischen Senior Consultant. Jeder Abschnitt bringt einen neuen Verantwortungsbereich mit sich und bereitet auf die nächste Karrierestufe vor. In ihrer Position muss sie nicht mehr nur die eigene Arbeit bewältigen, sondern auch die Zusammenarbeit der anderen Teammitglieder koordinieren und Ergebnisse zusammenführen. Doch mit den hohen Anforderungen kann sie prima umgehen.

»Kunden und Projektleiter erwarten von mir, dass ich das Beraterhandwerkszeug beherrsche und auch in schwierigen Fällen sehr gute Ergebnisse liefere. Wenn die Leistung stimmt, kann man sehr schnell vorankommen.«

Die guten Aufstiegsmöglichkeiten weiß Mayer de Groot zu schätzen und so hat sie ihren Berufsweg nie bereut. Spannend findet sie außerdem die Weiterentwicklungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel die internationale Projektarbeit, eine Entsendung in eines der weltweiten Büros oder eine Promotion. Die Begeisterung für ihren Beruf ist deutlich zu spüren und auch ansteckend:

»Die Beratung ist eine tägliche Herausforderung und gleichzeitig das perfekte Karrieresprungbrett. Zudem wird man umfassend gefördert – und das garantiert eine hohe Lernkurve.« 


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