Foto: @loic|Unsplash

WFI-Consulting-Cup 2011: Zeitdruck für Profis

Wie sich 48 Top-Studenten in 24 Stunden auf einen Fall konzentrierten – und wo mitten in der Nacht der Burger herkam: der WFI-Consulting-Cup 2011.

Einmal das Beste – mit allem, bitte!

Das beschreibt den WFI-Consulting- Cup, der vom 8. bis 11. Dezember 2011 an der Katholischen Uni Eichstätt-Ingolstadt stattfand, ohne Übertreibung wohl am besten. Schließlich fanden sich die besten fünf Prozent aller Studenten der Betriebswirtschaftslehre aus dem deutschsprachigen Raum nicht ohne Grund in der Autostadt ein: Vielversprechendes Talent trifft Arbeitsfeld der Zukunft. Oder: Eine Fallstudie sucht ihre Lösung. ›Transformation of Oriental Corporate Bank‹ lautete der Case, den die insgesamt zwölf Teams mit jeweils vier Mitgliedern zu lösen hatten.

Kein fiktiver, sondern ein echter aus einem Roland-Berger-Projekt stammender Fall mit der Aufgabenstellung: ›Eine auf Firmenkunden spezialisierte Bank plant den Einstieg ins saudiarabische Retailgeschäft. Entscheiden Sie sich für einen Marktauftritt, erstellen Sie eine Vertriebsstrategie, ein Kundenbindungsprogramm und eine Branding- und Marketingstrategie und geben Sie dem Kunden Handlungsempfehlungen mit auf den Weg.‹

Und jetzt wird es spannend: Die Teams hatten zur Bearbeitung lediglich 24 Stunden zur Verfügung. 24 Stunden, in denen sie ein stringentes Konzept zu erstellen hatten, zum Teil vier verschiedene Meinungen unterbringen und eine Präsentation vorbereiten mussten. Die Nacht war kurz, unterbrochen wurde lediglich für ein paar Stunden Schlaf oder den einen oder anderen Happen, den das Organisationsteam auf Wunsch zu jeder Stunde besorgte. Hunger auf Burger? Kommt! Stecknadeln fehlen? Sind quasi schon da! Das Organisationsteam sparte weder an Zeit noch an Aufwand, um den Consulting-Cup zu einer Veranstaltung der Extraklasse zu machen. Das spiegelte sich auch in der Meinung aller Beteiligten wider: »Wir haben sehr viel positives Feedback von unseren Partnern erhalten. Sie sind begeistert, dass wir als Studentenorganisation so professionell agieren, was sie von anderen Veranstaltungen nicht kennen«, sagt Finanzvorstand Max Fischer und fügt hinzu, dass sie mit der Jury, bestehend aus hochrangigen Managern unter anderem von Roland Berger, PwC, Deutsche Bank Inhouse Consulting und Porsche Consulting die Crème de la Crème der Beraterhäuser akquirieren konnten. Und das schon seit Jahren in Folge.

Doch nicht nur die hochkarätige Besetzung innerhalb der Juryreihen zeigte, dass der WFIConsulting- Cup für Profis gemacht ist. Die Präsentationen der Teilnehmer bestachen durch Professionalität, Souveränität und Eloquenz. Nicht auszumachen waren der Schlafmangel und der eng gesteckte Zeitrahmen. So unterschiedlich die Ergebnisse waren, so auffällig war doch, dass es sich bei den Teilnehmern um äußerst ambitionierte Studenten handelte. Auch die WFI ging mit zwei Teams an den Start. Eins davon war ›All In‹. Diese Gruppe setzte unter dem Motto ›Be your own banker‹ auf eine starke Kundeneinbindung bei der Produktwahl und sah mehrere Flagshipstores vor. Um die persönliche Bindung zum Kunden zu verdeutlichen, legte das Team eine Facebook-Seite eines fiktiven Kunden namens ›Achmet‹ an, der sich soeben fünf Ziegen zugelegt hatte. Plakativ, aber einfach. Denn somit konnte ›Achmet‹ sich mittels seines Facebook-Kontakts zur Bank Tipps einholen, wie er mit seinen Ziegen Gewinn erwirtschaften könne.

Das Beispiel ›Achmet‹ zeigte, dass die Studenten trotz allen Ehrgeizes ihren Sinn für Humor nicht verloren hatten. Selbst die sehr gezielten Fragen der einzelnen Jury-Mitglieder konnten niemanden ernsthaft aus der Ruhe bringen. Fragen wie ›Nennen Sie uns doch bitte einen Zeitpunkt, wann sich Ihr Konzept rechnet‹ wurde gerne mit einem ›Das ist eine sehr gute Frage‹ gekontert, wobei die ausführliche Antwort nicht lange auf sich warten ließ. Heißt, dass selbst möglich auftretende Fragen bereits während der Bearbeitungsphase ihre Berücksichtigung fanden, um gezielt darauf reagieren zu können.

Marius Keller vom Team ›All In‹ gehörte zu denjenigen, die sich durch Rückfragen nicht verunsichern ließen. Auch wenn er den Cup als »an die persönlichen Grenzen stoßend« beschreibt, die Veranstaltung war für ihn die Möglichkeit, herauszufinden, ob er der Herausforderung, in diesem Umfeld mit diesem extremen Rahmen bestehen zu können, gewachsen ist. War er es?

»Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, auch wenn es wirklich hart war und gegen jede Kondition geht«, resümmiert der 25-jährige Masterstudent des International Managements.

Sein Kollege Lewin Ritter, BWL-Student, ist mit dem Ergebnis der Präsentation eigentlich sehr zufrieden, »auch wenn es immer noch Verbesserungspotenzial gibt. Daher ist es auch gut, die Fehler zu sehen. Aber noch sind wir Studenten und demzufolge noch nicht perfekt.« Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Und wer es einmal zum Consulting-Cup geschafft hat, der hat bereits bewiesen, dass er über das Potenzial verfügt.


Anzeige

Anzeige