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Bekleidungs- und Kosmetikindustrie: Beautiful Business

Auf dem Laufsteg der Karriere: Welche Entwicklungen die Bekleidungs- und Kosmetikbranche bewegen und wie Einsteiger glänzen können

Teuflischer Boss, oberflächliche und magere Kolleginnen, rund um die Uhr erreichbar sein – bekannte Hollywoodstreifen erzählen Schauergeschichten von einem Job in der Bekleidungs- und Kosmetikindustrie. Dir jagt das Angst ein, obwohl Mode und Beauty eigentlich genau dein Ding sind? Muss es nicht, denn bei einem Job in dieser Branche sind Motivationsdämpfer dieser Art nicht an der Tagesordnung. Stattdessen gibt es vielseitige Aufgaben, spannende Projekte und die Möglichkeit, jeden Tag genau das zu tun, wofür du brennst.

Der Anspruch steigt

In Zeiten der Digitalisierung erwarten die Kunden von Kosmetik- und Bekleidungsmarken einen entsprechenden technologischen Fortschritt. Das Thema Personalisierung ist von ebenso großer Bedeutung wie ein ansprechendes Kauferlebnis. Um seine Verbraucher möglichst realitätsnah an seine Produkte heranzuführen und mit ihnen in den Austausch zu treten, übernahm L'Oréal das Tech-Unternehmen Modiface. »Mit dessen Augmented-Reality-Technologie können die Verbraucher zum Beispiel Produkte der dekorativen Kosmetik, wie Lippenstifte, virtuell am eigenen Bewegtbild testen und anschließend direkt online kaufen. Die Erwartungen von Konsumenten an Marken sind hoch, sie sollen ihnen einen wahrnehmbaren Mehrwert bieten – online und offline«, erzählt Natalie Janotta, Talent Acquisition Manager bei L’Oréal Deutschland. Für Wirtschaftswissenschaftler, die in diesem Bereich arbeiten wollen, heißt das: Der Konsument ist König und gibt die Richtung vor, denn nur so kann eine Marke erfolgreich funktionieren. Diese Arbeitsweise bedarf einer großen Portion Selbstreflexion und der Bereitschaft, ständig dazuzulernen.

Ein weiterer Trend der Branche besteht aus einem Wert, den vor allem die junge Generation mehr und mehr voraussetzt: Nachhaltigkeit. Behija Karup, Director HR & Central Services bei Marc O'Polo weiß, welche Fragen sich die Kunden heute stellen: »Wo wird meine Jeans produziert, welche Materialien werden verarbeitet und wie beeinflusst die Herstellung die Umwelt? Der Endkunde ist immer besser informiert und hat einen höheren Anspruch an Bekleidung. Die Unternehmen müssen diesem Anspruch gerecht werden und Verantwortung übernehmen.« Marken punkten beim Endverbraucher vor allem durch Transparenz: Wenn ganz klar nachzuvollziehen ist, wo und wie Artikel produziert werden und welche Schritte sie gehen, bis sie in der Einkaufstasche landen, stärkt das das Vertrauen und die Bindung der Käufer. Wenn du als Berufseinsteiger auch Werte wie Nachhaltigkeit und Transparenz vertrittst, solltest du das bei der Wahl deines Arbeitgebers unbedingt berücksichtigen.

Ein Meer an Möglichkeiten

Die Wirtschaftswissenschaften sind vielfältig und bieten jede Menge Spezialisierungen – ebenso divers sind die Talente, die in der Bekleidungs- und Kosmetikindustrie gefragt sind. Denn so gut wie jede Etappe eines Produkts beinhaltet wirtschaftliche Faktoren, die es zu beachten gilt. Um dich zu orientieren, kannst du schon während des Studiums in bestimmte Bereiche schnuppern. Wirtschaftswissenschaftler können etwa bei Mäurer & Wirtz ein Praktikum oder ihre Abschlussarbeit absolvieren oder auch ihren Berufseinstieg in den unterschiedlichen Fachbereichen wie Marketing, Sales, Human Resources oder Controlling finden. »Als Teil unseres Teams sind sie ab dem ersten Tag voll integriert: Sie bearbeiten ein weites Aufgabenspektrum und können ihre eigenen Ideen einbringen«, berichtet Yvonne Jussen, die als Director Human Resources beim Duft- und Pflegeprodukthersteller Mäurer & Wirtz tätig ist. In den klassischen wirtschaftswissenschaftlichen Bereichen ist für den Einstieg in die Bekleidungsindustrie meist kein Studium mit textilem Fokus erforderlich – laut Behija Karup von Marc O'Polo wird ein solches erst in produktnahen Bereichen wichtig.

Unternehmerische Skills

Um den Einstieg in die Kosmetik- und Bekleidungsbranche erfolgreich zu meistern, brauchen Studenten und Absolventen der Wirtschaftswissenschaften mehr als reine Fachkompetenz, wie Behija Karup bestätigt: »Bei Marc O’Polo haben Soft Skills einen genauso hohen Stellenwert wie Hard Skills. Hinzu kommt natürlich der Cultural Fit. Unentbehrlich sind Voraussetzungen wie Lernbereitschaft, Agilität und die Offenheit, sich neuen Gegebenheiten anzunehmen.« Die fachlichen Anforderungen an die Bewerber und Mitarbeiter hängen von der jeweiligen Position ab, so Yvonne Jussen von Mäurer & Wirtz. Ein sicherer Umgang mit MS-Office-Tools sei aber in jedem Fall notwendig. Da besonders die großen und populären Kosmetik- und Bekleidungsunternehmen international agieren, sind Englischkenntnisse laut Jussen ein Must-have, zusätzliche Fremdsprachen von Vorteil. Ein weiteres Talent, das Bewerber mitbringen sollten, ist unternehmerisches Denken. In einer Branche, die von Konkurrenz und Umschwung geprägt ist, braucht es Mitarbeiter, die einen kühlen Kopf bewahren und das große Ganze im Blick haben. Natalie Janotta von L'Oréal Deutschland ergänzt: »Wir erwarten von unseren Mitarbeitern, dass sie die Perspektive wechseln können und Business Opportunitäten erkennen und nutzen.«

Die Anforderungen an Bewerber sind also hoch. Ein wichtiger Motivator, das Beste aus sich herauszuholen und sich stets weiterzuentwickeln, ist Leidenschaft. Wenn du dich also für Mode und Beauty begeisterst, einen spannenden Job in einer entwicklungsgeprägten Branche starten und dein Herzblut investieren willst, gehst du mit einer Karriere in der Bekleidungs- und Kosmetikbranche den richtigen Weg.

Diese Trends kommen in der Bekleidungs- und Kosmetikbranche künftig in Mode

»Digitalisierung verbessert massiv die Möglichkeiten der Individualisierung – in Produkt, Service, Kundenansprache sowie Vermarktung – und ermöglicht völlig neue Optionen von Customization und Co-Creation. Dies wird auch in den kommenden Jahren unsere Branche nachhaltig verändern.«
Yvonne Jussen, Director Human Resources bei Mäurer & Wirtz

»Es wird immer bewusster konsumiert. Das Buzzword ›Slow Fashion‹ wird die Branche verändern. Dabei wird sich die Entschleunigung nicht nur auf die Bekleidungsbranche auswirken, sondern auch auf das Privatleben. Ein achtsamer Umgang mit sich, seiner Zeit und den persönlichen Beziehungen – das wird uns bei Marc O’Polo im Umgang mit Kunden, aber auch mit Bewerbern und Mitarbeitern beeinflussen.«

Behija Karup, Director HR & Central Services bei Marc O'Polo

»Es wird zukünftig noch wichtiger sein, neue Technologien zu entwickeln, die den Verbrauchern mehr Services bieten und die den Trend zur Personalisierung stützen – ob auf Produktebene oder zum Beispiel in der werblichen Ansprache. Zudem werden die Stimme des Konsumenten, seine Empfehlungen und seine Meinung immer wichtiger. Darauf müssen wir uns einstellen. Ein weiterer wichtiger Aspekt wird das Thema Vertrauen sein. Es gilt, vertrauensvolle Beziehungen zu den Konsumenten aufzubauen, transparent zu agieren, klare Werte zu haben und diese auch zu leben.«
Natalie Janotta, Talent Acquisition Manager bei L’Oréal Deutschland

 


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