Mann hängt an gestreifter Wand
Was gibt's denn da? kallejipp / Quelle:PHOTOCASE

Die Jobs für Wirtschaftsmathematiker

Wirtschaftsmathematiker brauchen für ihren Einstieg mehr als fachliche Fähigkeiten

Die Wirtschaft suche verzweifelt nach Mathematikern – unabhängig vom Studienschwerpunkt, erklärt Professor Günter M. Ziegler vom Institut für Mathematik an der FU Berlin und fügt hinzu: »Aber ganz besonders suchen die Unternehmen nach denjenigen, die sich für die ökonomischen Schwerpunkte interessieren und dieses auch mit Scheinen belegen können.« Dabei seien sowohl Bachelor- als auch Masterabschlüsse willkommen, allerdings verspreche und garantiere ein Masterabschluss der Wirtschaft mehr Substanz: »Ein Bachelorstudium bietet nur die Grundausbildung. Wer einen Master erarbeitet, steigt auch besser und höher ein«, so Ziegler weiter.

Diese Branchen suchen Wirtschaftsmathematiker

Vor allem Unternehmensberatungen, Banken und Versicherungen suchen nach Wirtschaftsmathematikern. Vielfältige Möglichkeiten bietet hier beispielsweise die Versicherungsgruppe Talanx. Bereits während des Studiums können sich Studierende für ein Praktikum oder eine studentische Aushilfstätigkeit bewerben. »Wir bieten je nach Erfordernis auch Unterstützung bei der Ausbildung zum Versicherungsmathematiker«, beschreibt Dr. Gundel Klaas, Leiterin Risikomanagement Life für Talanx.

Was Einsteiger hierfür mitbringen sollten, hängt von der jeweiligen Stelle ab. Generell sucht das Unternehmen Bewerber mit ausgeprägten analytischen Fähigkeiten, Problemlösungskompetenzen sowie mit hoher IT-Affinität. »Als international tätiges Unternehmen wünschen wir uns außerdem Bewerber mit guten bis sehr guten Englischkenntnissen«, sagt Klaas. Außerdem seien Teamfähigkeit und die Kommunikationsstärke eines Bewerbers sehr wichtig. Dazu gehört es beispielsweise, mathematische Sachverhalte auch Nicht-Mathematikern erklären zu können. Bei der Allianz Deutschland haben Mathematiker die Möglichkeit, direkt ins Aktuariat, in die Produktentwicklung oder ins Risikocontrolling einzusteigen. Vor allem in der Produktentwicklung im Bereich der Lebens-, Sach- und privaten Krankenversicherung sind sie von der Idee bis zur Markteinführung beteiligt. Dabei arbeiten sie eng mit dem Vertrieb zusammen und lernen die Bedürfnisse der Kunden kennen: »Weiter sind Mathematiker direkt an der Modellierung von Risiken und Preiskalkulationen beteiligt«, beschreibt Eva-Maria Schmid, Referentin Personalmarketing und Programme von Allianz Deutschland.

Von der Theorie in die Praxis

Auch bei Talanx sind die Einstiegsmöglichkeiten vielfältig: Ob im Risikomanagement, im Aktuariat, in der Produktentwicklung und -technik oder aber im Controlling, Finance oder Rechnungswesen – Wirtschaftsmathematikern stehen einige Türen offen«, erklärt Klaas. Dabei hält der Übergang vom Studium ins Arbeitsleben einige Herausforderungen bereit: »Die Denkweise ändert sich – von der mathematischen Tiefe in die breite Praxis. Plötzlich befasst man sich als Wirtschaftsmathematiker mit konkreten, anwendungsorientierten Problemen«, sagt Stephan Meyer, Aktuar bei Roever Broenner Susat Mazars am Standort Hamburg und fügt an, dass sich Wirtschaftsmathematiker während des Studiums auf die Lösung mathematischer Probleme konzentrieren, es beim Einstieg in den Beruf aber zusätzlich darum gehe, auch die Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Mathematik führe erst zu guten Lösungen, wenn die Mathematiker die Branche, das Geschäftsmodell, die Produkte und die rechtlichen Anforderungen verstanden haben, so Meyer weiter.

Der Verdienst von Wirtschaftsmathematikern

So mannigfaltig sich die Aufgaben gestalten, so unterschiedlich sind auch die Gehälter, die nach dem Einstieg von 3.000 Euro bis 4.6000 Euro monatlich reichen. 


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