Telekommunikationsbranche
Telekommunikationsbranche prokop / Quelle:PHOTOCASE

Telekommunikationsbranche vor Herausforderungen

Die Telekommunikationsbranche steht vor der Herausforderung, unsere Kommunikationswut ins digitale Zeitalter zu vermitteln

Zugegeben: ›Jemanden an der Strippe haben‹ hört man heute höchstens noch von Tante Hilda, geschweige denn, dass noch jemand an der Wählscheibe dreht und beim Ferngespräch das Spiralkabel um den Finger zwirbelt. Digital ist das Lemma, das die Telekommunikationsbranche in Atem hält. Der Mensch, das alte Rudeltier, kommuniziert zwar immer noch ausgesprochen gern per Telefon, geschlagene 755 Millionen Minuten pro Tag wurde allein im Jahr 2014 in deutsche Festnetzanschlüsse und Mobiltelefone geschnattert. Die klassische Telefonie sei jedoch faktisch kein Wachstumsmarkt mehr für die TK-Branche, erklärt Dr. Stephan Pfisterer, Bereichsleiter Bildungspolitik und Arbeitsmarkt des BITKOM. Mehr denn je nutzte Homo Kommunikatus Glasfaserkabel und Co. für den zwischenmenschlichen Austausch:

»Der IP-basierte Datentransfer weist eine hohe Dynamik auf, hier sind auf absehbare Zeit – unter anderem auch durch Online-Dienste für Musik- und Video-Formate, aber auch durch die immer größere Bedeutung von Cloud-Anwendungen – weitere Zuwächse zu erwarten.«

Die Branche steht nun unter Zugzwang: Sowohl die Breitbandversorgung, als auch der Auf- und Ausbau mobiler Netze müssen vorangetrieben werden, um auf die veränderten Marktanforderungen zu reagieren.


Doch mit dem Netzausbau allein ist es nicht getan, wo sich neue Märkte formieren, müssen auch neue Geschäftsmodelle entwickelt werden – ein Aufgabengebiet, in dem sich Wirtschaftswissenschaftler austoben dürfen. Stillstand gibt es in der dynamischen Branche nie, immer stärker verwächst sie durch branchenübergreifende Kooperationen und die Integration von Telekommunikationsdiensten in verschiedenste Branchen und Technologiebereiche mit anderen Geschäftsfeldern. Besonders stark sei ein Verschmelzen mit der IT-Branche zu beobachten, so Pfisterer.

»Erfolgreiche Netzanbieter müssen immer mehr zu Dienste- und Inhalteanbietern werden oder in Partnerschaften dieses Geschäft ausbauen. Diese Transformation zu planen, zu organisieren und zu controllen ist eine zukunftsorientierte Aufgabe gerade auch für Absolventen der Wirtschaftswissenschaften.«


Wiwis sind gefragt in der Branche, der größte Bedarf besteht nach der Einschätzung des BITKOM künftig wohl im technischen Projektmanagement sowie im Vertrieb. Der Leiter des Personalmarketings der Deutschen Telekom AG, Frank Staffler, betont dennoch die große Bandbreite dieses Tätigkeitsfeldes für Wiwis:

»Als Wirtschaftswissenschaftler kann man bei uns in den unterschiedlichsten Bereichen arbeiten. Je nach Fachrichtung und Leidenschaft, und insbesondere auch in den Schnittstellen zu den digitalen Zukunftsfeldern.«

Internet of Things, Industrie 4.0 und Big Data, diese Schwerpunkte stehen derzeit auf der Themenagenda der Branche, so Staffler.

»Diese Dinge verändern nicht nur nachhaltig unsere Gesellschaft, es eröffnen sich auch neue Märkte mit großen Potenzialen. Unsere Unternehmens- und Vertriebsstrategien darauf auszurichten, neue Absatzmärkte zu erschließen und Partnerunternehmen wie auch unsere Kunden zu beraten, Mitarbeiter weiter zu entwickeln, sind einige von vielen spannenden Herausforderungen für Wiwis.«


Telefon war vielleicht gestern, aber Kommunikation kommt wohl nie aus der Mode. Und so lange das so bleibt, gibt es viel zu tun für Wiwis in der Telekommunikation. 


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